Meine reduzierte Palette – weniger ist mehr

Meine reduzierte Palette – weniger ist mehr

Wer durch die einschlägigen Shops für Künstlermaterialen schlendert, stellt immer wieder fest, wie groß die Auswahl der verschiedenen Farben ist, die dort angeboten werden. Von Weiß bis Schwarz ist alles vorhanden. Sogar sogenannte Fleischtöne sind im Angebot. Mich hat dieses Angebot anfangs ziemlich verwirrt und ich wusste nicht so recht, was denn nun für mich passen würde. Aus meiner Zeit in der Druckindustrie weiß ich, dass man dort im sogenannten CMYK Farbraum arbeitet. Mit den Primärfarben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz kann so ziemlich jeder mögliche Farbton gedruckt werden, wobei dazu noch ein Weißton kommt, nämlich das reine Druckpapier.

Genauso halte ich es beim Malen, wobei ich meine Palette auf fünf Farben eingegrenzt habe: Titanweiß, Cadmiumgelb. Cadmiumrot, Ultramarinblau und Umbra gebrannt. Sicherheitshalber habe ich noch zwei weitere Farben dabei: Zinkweiß und Phthaloblau. Dabei sind Titanweiß und Phthaloblau mit allergrößter Vorsicht zu benutzen! Titanweiß ist opak, das heißt deckend und verschiebt jede reine Farbe schnell ins pastellige, was meistens nicht gewünscht ist. Wenn wirklich Weiß notwendig, ist, hilft Zinkweiß zum Mischen, weil es die Farbe nur aufhellt. Phthaloblau ist so intensiv, dass es wirklich nur in kleinsten Dosen angewendet werden sollte. Ich mische es immer ganz vorsichtig mit Ultramarin, um so die Farbe unseres schönen Norddeutschen Himmels zu erreichen, was mit Ultramarin allein nicht gelingt.

Meine Palette von links nach rechts: Titanweiß, Zinkweiß, Cadmiumgelb, Cadmiumrot, Ultramarin und Umbra gebrannt.
Die kleine Tube ist Phthaloblau

Wer also bereit ist, auf der Palette ein wenig zu mischen, wird mit etwas Übung alle Farben erreichen, die zum Beispiel für die Landschaftsmalerei wichtig sind. Der große Vorteil, man schleppt weniger Tuben mit sich herum und spart eine Menge Geld.
Viel Spaß beim Ausprobieren

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